Award

Best of Swiss Gastro - der einzige Publikumspreis in der Schweiz -

zeichnet jährlich die besten neuen Gastronomiebetriebe aus.


Ein Drink an der Bar mit Seven

Der Soul-Businessman

Seven trat schon vor Justin Timberlake und ca. 500’000 weiteren Konzertbesuchern auf. Kürzlich veröffentlichte er in Deutschland seine erste CD. In der Schweiz gehört Jan Dettwyler, wie er richtig heisst, mit über 200'000 verkauften Tonträgern zur Topliga. Ein Gespräch über Konkurrenten, Frauen und überzeugtes Bünzlitum.


Von Christian Nill (Text) und Mischa Scherrer (Fotos)

Christian Nill: Warum treffen wir uns in der Piano-Bar im Hotel Schweizerhof in Luzern?
Seven: Das ist meine Lieblingsbar. ich wohne sehr nahe von hier. Der Schweizerhof ist so ein bisschen meine zweite verlängerte Stube. Ich kenn die Leute, die es führen, habe schon oft Konzerte hier gemacht.

Nill: Was trinken Sie?
Seven: Latte Macchiato. Der beste weit und breit. Ich habe nach Tausenden von Cappuccini mal gezählt, wie viel Kalorien allein die Schokostreusel auf dem Cappuccino haben... Deshalb habe ich auf Latte Macchiato umgestellt.

Nill: Sind Sie einer, der Kalorien zählen muss?
Seven: Nein, aber ich schaue auf meine Linie. Mache viel Sport und versuche, mich gesund zu ernähren. Denn jenseits der Farce von «Sex, Drugs and Rock’n’Roll» müssen wir Musiker zweieinhalb Stunden auf der Bühne fit sein. Und das manchmal drei, vier Tage nacheinander.

Nill: Beeindruckend.
Seven: Ich verliere pro Konzert zwei Kilo.

Nill: Dann sollte es auf ein paar Schokostreusel nicht ankommen...
Seven: Ein Trugschluss! (lacht)

Nill: Was trinken Sie, wenn Sie etwas Normales trinken?
Seven: Wenn ich normal trinke, dann Wasser. Und wenn ich am Abend in den Ausgang gehe, dann bin ich der Cuba-Libre-Mensch. Aber es muss 7-jähriger Havanna (Rum, Red.) sein mit Limette und Eis – und ich mache die Mischung selber.

Nill: Mit grossem Anteil Rum...
Seven: Nein. Die Mischung machts aus. Der Abend kann ja lang werden.

Nill: Können Sie uns eine gute Bar empfehlen?
Seven: Die Piano-Bar im Hotel Schweizerhof ist ganz klar meine Lieblingsbar.

Nill: Ein bisschen Werbung muss sein.
Seven: Dann das Schwarze und das Weisse Schaf in Luzern. Direkt nebeneinander: Die eine ist komplett weiss, die andere komplett schwarz eingerichtet. Sehr cool. Und dann gibt es noch eine Bar von einem modernen Architekten, die ist im Hotel «The Hotel».

Nill: Das war Jean Nouvel.
Seven: Genau. In diesem Hotel siehst du von aussen die Hotelzimmer mit den Themen an der Decke (Bilder von Filmstills, Red.), und unten gibts eine komisch verglaste, schräge Bar. Scharf! Das Ambiente ist entscheidend, wenn man sich auswärts trifft. Sonst kann man auch zu Hause bleiben.

Nill: Sie haben ja auch als Barkeeper gearbeitet.
Seven: Ja.

Nill: Was war Ihr bester Drink? Abgesehen von Cuba Libre.
Seven: Puuhh… Bier?! (lacht) Bloss nicht Caipirinha! Das ist eine Riesenarbeit. Hinter der Bar arbeiten war gut, aber man leistet  Nachtschicht. Und man hat zwar jeden Abend Party, aber auf Dauer… Ich war zu wenig diszipliniert, um nur Mineral zu trinken. Drei, vier Bier warens immer.

Nill: Geht ja noch.
Seven: Und damals durfte man in einer Bar noch rauchen...

Nill: Unvorstellbar, dass wir Menschen einmal so frei waren.
Seven: ... und dann kamst du am Morgen nach Hause und hattest das Gefühl, selber eine Schachtel geraucht zu haben. Es war eine lustige Zeit.

Nill: Kennen Sie den Best of Swiss Gastro?
Seven: Ja. War da nicht auch mein Lieblingslokal, das Hotel Schweizerhof einmal dabei?

Nill: Genau, das Pavillon-Restaurant des Hotel Schweizerhof gehört zu den Ausgezeichneten Betrieben des Best of Swiss Gastro. 2009 waren sie in der Kategorie Trend nominiert.
Seven: Clemens Hunziker, der Hoteldirektor hat mir das erzählt als, ich ihn fragte, ob wir dieses Gespräch hier in der Piano-Bar des Schweizerhofs machen könnten.
 
Nill: Wie gefällt Ihnen der Gedanke, dass es einen Restaurant-Contest gibt, bei dem das breite Publikum für seine Lieblingsbeizen voten kann?
Seven: Ich bin ja ein Mann. Und der Contest-Gedanke ist natürlich der Grund, warum wir am morgen überhaupt aufstehen. Um uns zu messen und um zu gewinnen.

Nill: Wenn Sie am morgen aufstehen, wollen Sie gewinnen?
Seven: Ja. Wettbewerb gibt es in jedem Genre, sei das bei Restaurants, in der Musik etc. Deshalb ist es eine gute Sache, wenn man abstimmen kann. Man muss einfach immer schauen, wie das Abstimmungsverfahren umgesetzt wird.

Nill: Was essen Sie, wenn Sie ins Restaurant gehen?
Seven: Meine Frau kocht sensationell. Wenn ich auswärts esse, bestelle ich Sachen, die zu Hause nicht oft aufgetischt werden. Vielleicht mal Pferd...

Nill: ... Oder Spaghetti.
Seven: Ja, genau... (lacht) Ich gehe sehr gerne essen. Z.B. Zum Alten Stephan in Solothurn. Super.

Nill: Danke für den Tipp.
Seven: Oder in Luzern ins Geissmättli. Dort wirten seit Herbst 2010 die ehemaligen Pächter des Grottino 13/13. Wenn Sie irgendwann Zeit haben, gehen Sie dorthin. 

Nill: Ins Geissmättli?
Seven: Ins Geissmättli.

Nill: Guter Tipp?
Seven: Das beste Filetto di manzo.

Nill: Ok.
Seven: Wenn Sie nicht reservieren, können Sie es vergessen.

Nill: Ok. Themenwechsel. Sie kommen eben von einer Promo-Tour in Deutschland zurück, wo sie Ihre erste CD «Focused» veröffentlicht haben. Wie lief das ab?
Seven: Vor 18 Monaten fand ich in Sony Music Schweiz einen neuen Partner zum Zusammenarbeiten. Das Booking und Management, sprich die ganze künstlerische Leitung, machen wir nach wie vor selber, da habe ich eine eigene Firma.

Nill: Die Redkey GmbH.
Seven: Ja. Wenns dann darum geht, eine CD perfekt zu vermarkten und zu verkaufen, dann haben wir jetzt einen Profi mit dem entsprechenden Team. Die verstehen, warum dieses Projekt gut ist. Und deshalb wechselte ich zu Sony Music Schweiz.

Nill: Das war jetzt ein Werbespruch für Sony.
Seven: Ja, ok. Aber irgendeinmal musste ich mich ja entscheiden. Ich hatte schon ein paar Möglichkeiten, im Ausland CDs zu veröffentlichen. Aber dann kamen Verträge auf den Tisch, die vielleicht finanziell lukrativ gewesen wären, aber immer hiess es: “Hey, zuerst müssen wir dich noch auf dem roten Teppich mit der und der zeigen, und dann machen wir noch ein Sixpack-Regenvideo mit Dir.“ Aber über die Musik wurde anderthalb Stunden nicht geredet...

Nill: Daher liessen Sie es bleiben.
Seven: Da bin ich zu sehr Schweizer und zu ängstlich.

Nill: Was passiert nun in Deutschland?
Seven: Wir haben die letzten zehn Monate mit Sony den Release vorbereitet. Wir klapperten fünf Radiostationen, TV-Redaktionen, ein paar Magazine ab und trafen einige wichtige Leute. Man muss einfach anklopfen und sagen, dass man es ernst meint.

Nill: Und wenn Sie niemand will?
Seven: ...

Den ganzen Drink mit Seven, seine Groupie-Weisheiten und viele weitere Bilder finden Sie auf Bar-Storys.ch

© www.bar-storys.ch, 2011

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